Backfischchen's Leiden und Freuden: Eine Erzählung für junge Mädchen by Helm

(4 User reviews)   399
Helm, Clementine, 1825-1896 Helm, Clementine, 1825-1896
German
Ever wonder what it was like to be a teenage girl in the 1860s? This charming, forgotten gem from Clementine Helm gives us a peek. We follow Hedwig, nicknamed 'Backfischchen' (a sweet old German term for a teenage girl), as she navigates the tricky transition from carefree child to responsible young woman. It's a story full of small, relatable dramas—awkward social moments, family expectations, and the first flutterings of growing up. While the world has changed, the feeling of being caught between two stages of life hasn't. It's a warm, gentle read that feels like a conversation with a wise great-aunt.
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Schwester meines Vaters, verehrt und geliebt von allen, die sie kannten. Sie streichelte sanft meine Hand, die ich in meinem Schmerz in die ihre legte, und sprach so liebe Trostesworte zu mir, daß ich mich bald etwas beruhigte, denn an der Seite einer so lieben Gefährtin war ich gewiß nicht so verlassen, als es mir bisher erscheinen wollte. Jetzt fuhr der Wagen einem Gehölz zu, das auf der Höhe sich weit hinzog, und noch einen letzten Blick sandte ich zurück nach meinem lieben Dorfe. Der Kirchthurm und die kleinen Bauerhäuser alle blickten mich so freundlich an, die grünen Fensterladen am Giebel unseres Hauses konnte ich noch ganz deutlich erkennen, mir war, als wehte von dort ein weißes Tuch herüber, und wehmüthig erwiderte ich den Gruß. Dann entzogen mir die Bäume neidisch alle weitere Aussicht, und ich hing still meinen Gedanken nach, in denen mich die Tante auch wenig störte. Nach einigen Stunden waren wir in Magdeburg, von wo die Eisenbahn uns der Residenz zuführen sollte. Hier trennte sich der letzte Bote aus dem Vaterhause von mir, der alte treue Kutscher Friedrich, mit den lieben beiden Braunen, die ich so oft selbst an der Leine gehabt, wenn wir auf das Feld hinaus fuhren, Getreide oder Heu einzuholen. Tausend, tausend Grüße trug ich ihm noch auf für jeden Einzelnen in Schreibersdorf, immer wieder streichelte ich die Pferde und gab ihnen noch ihre Leckerbissen, Weißbrod und Zucker, strich zärtlich über die blauen Sitzkissen der lieben weichen Chaise und verfolgte dann mit Thränen im Auge lange noch die Staubwolke, die hinter dem fortrollenden Wagen dahinzog. Ein Spaziergang, den ich mit der Tante durch die Stadt und deren Umgebung machte, zog mich endlich von meinen trüben Gedanken etwas ab, und die Fahrt auf der Eisenbahn durch Gegenden, die mir noch fremd waren, zerstreute mich sehr wohlthätig. Die Tante verstand es gar zu gut, die Aufmerksamkeit rege zu erhalten für alles, was an uns vorüberzog, und auch die Reisegesellschaft beschäftigte meine Gedanken vielfältig. Endlich öffnete die Tante sogar eine Schachtel mit allerlei leckern Früchten und Kuchen, die Mama ihr heimlich für mich mitgegeben, und der reiche Inhalt derselben zeigte mir so ganz das liebe, sorgliche Mutterherz, das ihrem Kinde auch in der Ferne noch Freude machen wollte. Ich war wirklich noch Kind genug, um mit diesen köstlichen Leckerbissen meine letzten Thränen hinab zu schlucken, und so hatte meine beste Mama den Zweck erreicht, den sie damit im Sinne gehabt. Hellen Auges zog ich endlich der großen Stadt entgegen, die sich jetzt vor uns ausbreitete, und mit neugierigen Blicken schaute ich mich in den Straßen um, durch welche wir dann fuhren. Die schönen Häuser und glänzenden Kaufläden erregten meine volle Bewunderung, hohe Statuen sahen hier und da ernst zwischen grünen Bäumen hervor, breite Brücken führten über den Fluß, der die Stadt durchschnitt, und stattliche Kirchen und Paläste blickten stolz und würdig auf mich armes Landmädchen hernieder. Alles verkündete die Hauptstadt, die Residenz eines großen Fürsten. Endlich hielt der Wagen in einer der breiten Straßen vor einem freundlich aussehenden Hause, das nicht so hoch in den Himmel hinein ragte als seine Nachbarn, die mir ordentlich das Herz bedrückten durch ihre unzähligen Fenster. Hier in der gewaltig großen Stadt, wo so zahllose Menschen Platz finden wollten, mußte man freilich hoch in die Luft hinein bauen; selbst die Keller der Häuser, in welchen bei uns kein Mensch sich aufhalten möchte, sah ich von unzählig viel Familien bewohnt, und kein Plätzchen schien unbenutzt gelassen. Das hübsche Haus der Tante hatte nur wenig Mitbewohner und sprach durch sein zierliches sauberes Ansehn von Wohlstand und Behaglichkeit. Ein kleiner schattiger Garten umschloß seine Rückseite,...

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Originally published in 1863, Clementine Helm's book is a lovely snapshot of its time. It follows Hedwig, a lively girl on the cusp of womanhood, through a year of her life. We see her at home with her family, navigating friendships, learning domestic skills (which was a big part of a girl's education then), and dealing with the social rules of her world. The plot isn't about huge adventures, but about the internal journey of maturing and finding your place.

Why You Should Read It

Don't let the old-fashioned setting fool you. Hedwig's feelings are timeless. Her excitement, her occasional stubbornness, her worry about doing the right thing—it all feels very real. Helm writes with genuine affection for her characters. Reading this is less about the plot and more about soaking in the atmosphere and understanding a different era from the inside out. It’s a quiet, comforting book that celebrates the small, important moments of growing up.

Final Verdict

This is a perfect pick for anyone who loves historical fiction, especially stories focused on daily life. If you enjoyed books like Little Women for their focus on family and personal growth, you'll find a similar heart here. It's also a fascinating read for anyone interested in social history and how concepts of girlhood have changed. Just be ready for a slower, gentler pace—it's a cup of tea in book form.



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Paul Sanchez
2 weeks ago

To be perfectly clear, the atmosphere created by the descriptive language is totally immersive. This sets a high standard for similar books.

Jessica Sanchez
5 months ago

I was searching for something reliable and the content flows smoothly from one chapter to the next. It exceeded all my expectations.

John Gonzalez
4 months ago

Initially overlooked, this book the interplay between the protagonists drives the story forward beautifully. Highly recommended for everyone.

Oliver Moore
5 months ago

I wasn’t plannig to read this, yet the writing remains engaging even during complex sections. I’d rate this higher if I could.

4.5
4.5 out of 5 (4 User reviews )

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