Aus einer kleinen Garnison: Ein militärisches Zeitbild by Fritz Oswald Bilse

(4 User reviews)   810
Bilse, Fritz Oswald, 1878-1951 Bilse, Fritz Oswald, 1878-1951
German
Ever wondered what really went on behind the polished brass and crisp uniforms of the pre-WWI German military? This book is a bombshell. Fritz Oswald Bilse, writing from the inside, lifts the curtain on a small garrison town where ambition, boredom, and strict social codes create a powder keg. It's less about grand battles and more about the quiet scandals, petty rivalries, and simmering tensions that defined daily life. The main conflict isn't against a foreign enemy, but against a rigid system itself. Think of it as a historical drama filled with characters trying to navigate honor, duty, and their own desires in a world on the brink of enormous change. It feels surprisingly modern in its examination of institutional pressure.
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engeren Freunde des Hauses versammelten, soweit sie musikalisch waren. Diesmal aber hatte man noch einige Familien dazu gebeten, damit sich alle von der erfolgreichen Tätigkeit der »Künstler« überzeugen sollten. Hier rückte die Hausfrau einen Stuhl zurecht, dort strich sie glättend über ein gesticktes Deckchen, welche sie in allen Farben und Geschmacksrichtungen selbst gefertigt. Sie prüfte die Lampen auf ihre Lebensfähigkeit, klappte Klavier und Harmonium auf und warf schließlich einen liebevoll sorgenden Blick nach den gefüllten Blumenvasen, ob sie auch ihren duftenden Inhalt von der vorteilhaftesten Seite zeigten. Denn darauf hielt sie sehr, nie fehlte auf dem Kamin und dem Erkersims ein Sträußchen oder frisches Grün, selbst nicht zur kalten Winterszeit. Frau Clara war eine mittelgroße Dame von etwa dreißig Jahren, mit einer gefälligen Figur und einem hübschen, frischen Gesicht. Die munteren blauen Augen gaben ihm im Verein mit dem geschmackvoll frisierten Blondhaar einen jugendlich angenehmen Ausdruck. Jetzt ließ sie sich in einen Sessel nieder, denn es war alles in bester Ordnung. Das war übrigens immer so. Da teilte sich die Portiére zum Nebenzimmer, und ihr Gatte, ein großer Herr mit schwarzem Schnurrbart, trat herein, um auch seines Amtes zu walten. Ihm lag es nämlich ob, den Kronleuchter anzuzünden. Im Allgemeinen pflegte er pro Gast nur eine Flamme zu brennen, heute aber ließ er den ganzen Lüstre in festlichem Glanze erstrahlen, denn man erwartete viele Gäste, während nur 5 Flammen vorhanden waren. So brannte er denn den Wachsstock an, welcher praktischer Weise meist auf oder dicht neben dem Ofen zu finden war, schimpfte über die hohe Gasrechnung, entzündete die Flammen, schüttete einen Eimer Kohlen in den Ofen und warf ein Blatt Papier hinterher, daß er nicht puffen sollte. Dann ließ er sich gleichfalls in einen Sessel nieder. Herr Albrecht König war seines Zeichens wohlbestallter Rittmeister. Die Schwadron hatte er in bester Ordnung, denn er widmete sich ihr mit großem Eifer und nie erlahmender Sorgfalt. Fand sich Zeit und Muße, so las er die »Deutsche Zeitung«, studierte den Kurszettel, arbeitete im großen, trefflich in Stand gehaltenen Garten des Hauses oder überwachte den Hühnerhof, dessen Eierertrag er für hohe Preise an seine Gattin verkaufte. Hatte er gar nichts zu thun, so führte er Schlachten mit seinem neunjährigen Sohne auf, hielt Weinproben ab oder übte Klavier, denn dieses Instrument verstand er fast meisterhaft zu spielen. Ein Geräusch im Vorzimmer verkündete jetzt die Ankunft der ersten Gäste. Man vernahm einen langsam schleppenden Schritt und ein heftiges Schnauben. Die Tür ging auf, und herein trat Landrat von Konradi, ein wohlbeleibter Herr mit einem Klemmer auf der aristokratischen Nase, über den hinweg sein Blick jetzt forschend die Frau des Hauses suchte. Das Haar schien zwar ergraut, doch dunkel gefärbt, und böse Menschen wollten wissen, es geschehe für das schöne Geschlecht. Der Herr Landrat hatte nämlich keine Frau. Sein Ideal verkörperten ein gutes Diner und mehrere noch bessere Weinsorten, und, da beides im Hause des Rittmeisters zu finden war, kam er gern. Im Übrigen galt er für einen Gentleman. Während er sich gerade bemühte, der Hausfrau mit Entrüstung zu erzählen, wie ein von ihm bestellter Fasan in gänzlich ungenießbarem Zustande angekommen sei, öffnete sich wieder die Tür und Frau Rittmeister Kahle trat ein. Von kleiner, zierlicher Figur, jedoch mit einem Gesicht, welches dem eines ungezogenen Knaben glich, war sie im Allgemeinen eine ganz niedliche Erscheinung, nur spielte ein beständiges Lächeln um den etwas großen Mund, und wenn sie ihn auftat, ließ sich eine unzarte, fast kreischende Stimme hören. Ihr folgten drei jüngere Herren, als erster Leutnant Pommer. Man schätzte ihn allgemein wegen seines natürlichen offenen Wesens; schien er dadurch auch manchmal etwas derb, so wußte doch jeder, wie...

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Fritz Oswald Bilse's Aus einer kleinen Garnison (From a Small Garrison) is a fascinating look at military life from the inside, written just a few years before World War I. It's a novel, but it reads like a sharp, observant memoir.

The Story

The story unfolds in a quiet German garrison town, a microcosm of the Imperial Army. We follow the daily lives of officers and their families—the drills, the social gatherings, the strict routines. But beneath the surface of discipline and honor, there's gossip, jealousy, and clashing ambitions. The plot revolves around the personal conflicts and small scandals that erupt in this closed, pressure-cooker environment. It's about what happens when people are bound together by rank and tradition, yet driven apart by human nature.

Why You Should Read It

This book grabbed me because it's so human. Bilse isn't glorifying war or soldiering. He's showing us the reality: the boredom, the politics, the struggle to maintain appearances. The characters feel real—flawed, ambitious, sometimes petty. You get a clear sense of the social hierarchies and the immense pressure to conform. It's a unique window into a world that was about to vanish forever, and it makes you think about how institutions shape (and sometimes warp) the people inside them.

Final Verdict

Perfect for readers who love character-driven historical fiction or anyone curious about everyday life in the past. If you enjoy stories about closed communities, social dynamics, and the quiet tensions that precede major historical events, you'll find this compelling. It's not a battle epic; it's the story of the peace that came before the storm, and all the small cracks that were already showing.



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David Campbell
4 months ago

Reading this felt refreshing because the depth of research presented here is truly commendable. Simply brilliant.

Paul Hall
4 months ago

As part of my coursework, the clarity of the writing makes this accessible to a wide audience. I’d rate this higher if I could.

Ashley Taylor
1 month ago

A fantastic discovery, the examples used throughout the text are practical and relevant. This was both informative and enjoyable.

Susan Jones
1 month ago

As someone who reads a lot, the material builds progressively without overwhelming the reader. A valuable addition to my digital library.

4.5
4.5 out of 5 (4 User reviews )

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