doch meinerseits mit dieser Ansicht zu jener Zeit nicht befreunden. Ich würde mich damit der unvermeidlichen Gefahr ausgesetzt haben, der Illustration zuliebe von dem mir vorgezeichneten Weg abgedrängt zu werden._ _Obgleich nicht allein der persönlichen Neigung, sondern auch dem pekuniären Interesse meiner Verleger durch eine illustrierte Prachtausgabe wohl am besten entsprochen worden wäre, liessen diese doch bereitwilligst meinem Standpunkt Gerechtigkeit widerfahren._ _Sowohl das über die Entstehung und den Zweck der vorliegenden Arbeit oben gesagte, als auch mein Lebensberuf schliessen schon von allem Anfang die Erwartung aus, als habe man es hier mit einem gelehrten Werk zu thun, bestimmt, die Ergebnisse tiefer Forschung ans Tageslicht zu fördern. Weder sollte meine Aufgabe noch konnte dieselbe eine höhere sein, als meinen Berufsgenossen oder denjenigen, die sonst Drang nach einer leichteren Orientierung in dem Gewirr der Geschichte der Buchdruckerkunst empfinden, nützlich zu sein, indem ich den Versuch machte, das aufgespeicherte Material nach bestem Wissen und Gewissen zu sichten, zu ordnen, und indem ich mich, die geschäftliche Praxis zurhand, bestrebte, einige von der Gelehrsamkeit im Dunkel gelassene Punkte klar zu stellen. Was die neue Zeit betrifft, so gab ein Geschäftsleben, das sich fast über die ganze Periode der neuen Blüte der Typographie und der verwandten Künste und Gewerbe seit den dreissiger Jahren erstreckt, wohl auch manchmal Gelegenheit, das vorhandene Material durch die eigene Erfahrung zu vervollständigen._ _Es konnte nicht in meinem Plan liegen, mit der Geschichte der Buchdruckerkunst die des Buchhandels zu verbinden. Beide Berufszweige sind jedoch derart eng mit einander verknüpft und so viele der auftretenden Persönlichkeiten wirkten zu gleicher Zeit als Drucker und als Verleger, dass es nicht zu umgehen war, auch Ausflüge auf das Gebiet des Buchhandels zu unternehmen. Sehr nahe lag ebenfalls die Versuchung, die Geschichte der übrigen graphischen Künste und Gewerbe, welche zur Herstellung eines Buches mitwirken, ausführlicher zu behandeln. Um jedoch die Übersichtlichkeit nicht zu stören und den Umfang des Buches nicht gar zu sehr über die gesteckten mässigen Grenzen hinaus zu vermehren, war es geboten, dieser Versuchung nur in so weit nachzugeben, als es zum Verständnis der gestellten Aufgabe notwendig war._ _Die Geschichte der Buchdruckerkunst zerfällt in zwei natürliche Hauptabschnitte. Der erste, welcher die Erfindung, Verbreitung, Blüte und den allmählichen Verfall behandelt, und sich über einen Zeitraum von über dreihundert Jahren erstreckt, findet seinen Abschluss in der letzten Hälfte des XVIII. Säculums. Der zweite Hauptabschnitt führt uns durch die Periode des Wiederaufwachens der Typographie und deren Schwesterkünste in die Zeit der zweiten, mittels der enormen technischen Fortschritte und der neuen Vervielfältigungsarten im Verein mit der freiheitlichen Entwickelung der Presse hervorgerufenen Blüte, deren wir uns heute erfreuen._ _Jeder dieser beiden Hauptteile, die sich wieder in mehrere Abteilungen verzweigen, ist in seinem Wesen so eigenartig und verlangt eine so verschiedene Art der Darstellung, dass auch eine äusserliche Trennung in zwei vollständig abgeschlossene Hälften geboten schien._ _Zur Beurteilung der Grundsätze für die Behandlung der verschiedenen Abschnitte verweise ich auf die, jedem der Bücher vorangeschickte „Einführung“, in welcher ich mich sowohl über den jedesmal leitenden Gesichtspunkt als auch über die jedesmaligen Quellen und deren Benutzung ausgesprochen habe. Dass mir nur sehr wenige der letzteren unbekannt geblieben sind, habe ich vor allem der Fachbibliothek des Börsen-Vereins der deutschen Buchhändler, der Liberalität des Vorstandes derselben und der unermüdlichen Gefälligkeit der Bibliothek-Verwaltung zu verdanken._ _Dass trotz aller angewendeten Sorgfalt noch Vieles für die mir Nachfolgenden (denen ich jedoch das Arbeiten in mancher Beziehung leichter gemacht haben dürfte, als es mir geworden ist) zu thun übrig geblieben, und dass selbst die grösste Mühe und der redlichste Wille, etwas Brauchbares zu liefern, fehlende Eigenschaften nicht immer ersetzen können, fühlt vielleicht niemand mehr als der unterzeichnete_ _Carl B....
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Noah Lopez
7 months agoI approached this with curiosity because the presentation feels refined and carefully planned. Simply briliant.